27.03.2026
Staatliche Berufsschule II in Traunstein verabschiedet Absolventen und ehrte 22 Staatspreisträger
Traunstein – Grund zum Feiern gab es an der Staatlichen Berufsschule II Traunstein: 109 Schüler schlossen ihre Berufsausbildung nun ab und wurden in einer Feierstunde verabschiedet. Fünf Schülerinnen war die Abschlussnote 1,0 gelungen und 17 weitere schlossen zwischen 1,1 und 1,5 ab – ihnen wurde feierlich der Staatspreis verliehen.
„Vor mir sitzt eine Generation von Absolventen, die keine leichte Zeit eintreten wird. Vielmehr müssen sie alle eine große Verantwortung mit auf ihre jungen Schultern tragen – die Verantwortung für Frieden, Freiheit und Demokratie", begann Schulleiter Andreas Gembala seine Ansprache. Auch an der Schule gebe es viele von Krieg, Flucht und Vertreibung betroffene Schüler. Er forderte die Gäste auf, kurz aufzustehen und ein Zeichen zu setzen gegen den Krieg und für Frieden, für die Freiheit und für die Demokratie.
An die Absolventen gewandt sagte er, wenn man oben auf der Bühne vor ihm stehe, sehe man wofür Schüler, Lehrer und Eltern arbeiteten. Er verglich den Abschluss der Berufsausbildung mit einer Investition: „Viele von Ihnen sind Kaufleute, Sie wissen, eine Investition in Wissen bringt zurzeit immer noch die besten Zinsen." Die Absolventen hätten während ihrer Ausbildungszeit viel Zeit und Mühe in ihr Wissen investiert – mit ihrem Berufsabschluss erhielten sie nun die erste große Zinsschrift.
„Ihr Leben ist ein Puzzle", so Gembala weiter, „jeden Tag kommt ein neues Stückchen hinzu – etwa eine neue Erfahrung, eine Person, ein Ziel oder eine neue Begegnung. Es sei einmal bei einem Puzzle zuerst den Rahmen zu legen." Mit dem erfolgreichen Schulabschluss legten die Absolventen laut Gembala einen großen Teil des Rahmens. „Sie sind nun für Ihr Puzzle selbst verantwortlich. Und Sie sollten nie vergessen, dass Puzzeln eigentlich Spaß machen sollte", appellierte der Schulleiter. Auch wenn es manchmal nicht leicht sei oder man mal nicht weiter wisse.
Die Absolventinnen Lisa-Marie Geisreiter und Selina Stöger sprachen ebenfalls ein paar Dankesworte und blickten auf die Schulzeit zurück. „Wir haben gelernt, wie man sich gegenseitig unterstützt, wenn es stressig wird, wie man Aufgaben teilt und wie man Verantwortung übernimmt. Und wir haben gelernt, dass Fehler nicht das Ende der Welt sind, sondern oft der Anfang von etwas Besserem", betonten sie. Der Weg sei nicht immer leicht gewesen, „aber er hat uns geprägt".
Stellvertretender Landrat Josef Könhäuser sagte, eine Ausbildung sei wie der Bau eines Hauses. Theorie und Grundlagen bildeten das Fundament; Praxis, Verantwortung und auch die Prüfungen stellten die Wände und das Dach dar. Er würdigte das Durchhaltevermögen der 109 Absolventen und betonte: „Sie haben ein stabiles Fundament. Und das nimmt Ihnen niemand mehr."
„Euer Abschluss bedeutet Selbstständigkeit, finanzielle Unabhängigkeit, aber auch eine große Verantwortung", erklärte Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörl-Körner. Auch das, was nicht mit Noten bewertet werde, zähle: „Vergessen wir nicht, dass Bildung nicht nur aus dem Erwerb von Fachwissen besteht." Die Absolventen hätten auch wichtige soziale Kompetenzen erworben, beispielsweise Teamarbeit, Kommunikation und Problemlösungsfähigkeiten – diese Fähigkeiten seien genauso wichtig.
Schulleiter Andreas Gembala und stellvertretender Landrat Josef Könhäuser baten anschließend die Staatspreisträger nacheinander auf die Bühne, um ihnen ihre Auszeichnungen zu überreichen.